Auf den gemeindlichen Dächern sollen Photovoltaikanlagen errichtet werden. Mit den garantierten Einnahmen aus der Einspeisevergütung können die Investitionskosten getragen werden und nach einer gewissen Laufzeit auch Gewinne entstehen. Allerdings kann dieses Kommunalunternehmen nicht unmittelbar Gewinne an die Marktkasse übertragen, da dann die Gewinne wieder ersteuert werden müssten und der Steuervorteil weg ist.
Das heißt, das Kommunalunternehmen muss die eigenen Gewinne wieder selbst investieren. Nach Meinung von BGM Robold soll der Gewinn des Kommunalunternehmens in eine zentrale Biomasse-Heizung für Schule, Goldbachhalle und die neu gebaute Kinderkrippe/Schülerhort investiert werden. Durch die verbilligte Abgabe von Energie an die Einrichtungen des Marktes Eroldsbach hätten die Gemeindekasse bzw. die Zweckverbände auch einen finanziellen Vorteil. Natürlich müssen zunächst auch Gemeindegelder in dieses Kommunalunternehmen zur Startfinanzierung gesteckt werden. Nach Schätzung von BGM Robold wird die Bestückung der gemeindlichen Dächer mit Photovoltaikanlagen ca. 400.000 – 500.000 EUR kosten. Die Abwicklung über das Kommunalunternehmen hätte auch den Vorteil, dass die Schulden nicht im Gemeindehaushalt ausgewiesen werden. Der Marktgemeinderat Ergoldsbach hat in der Sitzung vom 02.04.09 beschlossen, dass die Steuerberatungsgesellschaft Josef Popp & Partner aus Furth eine Modellrechnung für den Betrieb von Photovoltaikanlagen aufstellt und die Einnahmen und Ausgaben als Kommunalunternehmen, als Eigenbetrieb und als Vermietprojekt gegenüberstellt. Es stellen sich dabei einige Fragen, die politisch geklärt werden müssen:Soll eine Kommune grundsätzlich unternehmerisch zur Gewinnerzielung tätig werden? In Bereichen, in denen die Kommune nicht in Konkurrenz zu anderen privaten Unternehmern auftritt, wird man diese Frage mit ja beantworten müssen! Allerdings werden in anderen Gemeinden zumindest teilweise die Dächer kostenlos an Gemeindebürger für Solaranlagen überlassen. In Ergoldsbach wurde ein Schulhausdach Bürgern vor einigen Jahren kostenlos überlassen. In Sachen Biomasse-Heizung, die auch von Privaten angeboten wird und bei der man auf Rohstofflieferungen von Privaten angewiesen ist, ist die Betreibung durch die Kommune eher fraglich. Mit verbilligter Abgabe von Wärme an den Schulverband werden auch die Schulverbandsmitglieder Neufahrn und Bayerbach entlastet. Außerdem ist mit Problemen in der Nachbarschaft durch Lärm- und Staubbelastung zu rechnen. Es besteht deshalb noch einiger Klärungs- und Diskussionsbedarf.